• In Bayern dürfen bei Überschreitung des Sieben-Tage-Inzidenz-Wertes von 50 neue Regelungen verhängt werden. Maske ist das zentrale Instrument, deshalb dürfen Gemeinden eine Maskenpflicht an öffentlichen Plätzen verhängen. Auch weitreichende Alkoholverbote für den Verkauf und den Konsum an öffentlichen Plätzen sind möglich. Wenn es keinen konkreten Anlass gibt, treten zudem weitere Kontaktbeschränkungen in Kraft: Dann Dürfen lediglich fünf Personen oder zwei Familien zusammenkommen. Bei anlassbezogenen, privaten Feiern sind es drinnen 25 und draußen 50 Personen.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ruft die Bevölkerung dazu auf, die Corona-Warn-App intensiver einzusetzen. „Bitte nutzen Sie dieses Werkzeug in der Pandemie“, sagte er heute in Berlin. In den ersten hundert Tagen seit Einführung hätten knapp 5000 Infizierte ihre Kontaktpersonen über die App gewarnt. Es sei davon auszugehen, dass auf diesem Wege insgesamt „schon einige zigtausend Menschen“ über Risikokontakte zu Infizierten alarmiert wurden. „Das ist viel, aber es reicht uns nicht.“ Nur etwa die Hälfte der App-Nutzer sende nach einer positiven Diagnose eine Warnung an die Kontaktpersonen, sagte der Minister. Er rief die Bürger auf, die App im Infektionsfall tatsächlich einzusetzen.
  • Kanzleramtschef Helge Braun sieht momentan keine Möglichkeiten für weitere Lockerungen von Corona-Schutzmaßnahmen. Mit Blick auf die nächsten Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder am kommenden Dienstag, sagte Braun, man habe schon bei den letzten Gesprächen mit den Ministerpräsidenten gesagt, dass momentan kein Anlass dafür gegeben sei, über weitere Lockerungen nachzudenken.
  • Der Berliner Virologe Christian Drosten sieht Deutschland in der Corona-Pandemie noch nicht ausreichend für die kommende Zeit gewappnet. „Wir müssen, um die Situation in den kommenden Monaten zu beherrschen, Dinge ändern“, sagte er. „Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen. Auch bei uns.“ Es werden schon Festtagsreden auf den deutschen Erfolg gehalten, aber man macht sich nicht ganz klar, woher er kam.“ Er gehe schlichtweg darauf zurück, dass Deutschland ungefähr vier Wochen früher reagiert habe als andere Länder. „Wir haben mit genau den gleichen Mitteln reagiert wie andere. Wir haben nichts besonders gut gemacht. Wir haben es nur früher gemacht“, erklärte der Leiter des Instituts für Virologie der Charité.

Update, 23.09.20, 15 Uhr


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