Servus Leute,

heute gebe ich einen kurzen Einblick in eine meiner Tätigkeiten als angehender Gebäudereiniger.
Zu unserer Ausbildung gehört auch die OP-Reinigung, da werden wir von unseren jeweiligen Ausbildern eingewiesen und belehrt, was wir in dem Bereich alles einhalten müssen. Es geht auch schon bei der Kleidung los: wir müssen ein Kassak (Hemd), Hose, Kopfhaube, Crocs (Schuhe) und Handschuhe tragen, um Verschmutzungen oder auch Bakterien, die wir an der Kleidung haben, nicht mit in den Bereich zunehmen.

 

 

 

 

Im nächsten Schritt bereiten wir unseren Reinigungswagen vor, den wir mit Breitwischbezügen (Mopp) und Reinigungstücher aufrüsten. Die Bezüge und Tücher haben die Farbe Grün, da es eine Hygieneeinrichtung ist und wir da das 4-Farbsystem anwenden (Quattrosystem d.h. das rote Tuch ist für Toiletten, gelb für Waschbecken und andere Amaturen im Bad, blau für Mobiliar und grün für Desinfektion). Es werden dann alle OP-Säle zwischengereinigt, das heißt, wir wischen das ganze Inventar ab und wischen den OP-Saal aus. Das alles machen wird mit einer Desinfektionslösung -die ist vom Krankenhaus vorgeschrieben- damit sich dort keine Keime oder Bakterien vermehren können. Diese Reinigung führen wir nach jeder Operation durch. Während die OP’s besetzt sind, reinigen wir die Toiletten, die Büros und die Waschräume und wenn die OP’s mit Röntgengeräten arbeiten, reinigen wir die gebrauchten Röntgenschürzen, die den Ärzten als Strahlenschutz dienen.

 

 

 

 

Da die Säle ja 24h genutzt werden, müssen wir alle 24h eine Schlussdesinfektion durchführen, um den Saal von Decke bis Fußboden zu desinfizieren. Wir wischen die Wände ab, saugen die Lüftung ab, damit keine Staubfussel durch den Saal fliegen und reinigen die Glasflächen, um zu garantieren, dass sich dort keine Keime oder Bakterien mehr befinden und vermehren können. Somit steht der Saal für einen Notfall stets gereinigt zur Verfügung.

Ich persönlich mache gerne die OP-Reinigung, sie ist abwechslungsreich und wir verstehen uns mit den Ärzten, Schwestern und mit den Narkoseschwestern sehr gut. Man ist in diesem Bereich untereinander per du, manchmal essen wir auch zusammen oder bei Geburtstagen gibt es für alle immer Kuchen und Kaffee.
Wir als Reinigungsteam haben so gut wie nie mit Patienten zu tun, da wir mehr im Hintergrund sind. Aber es kommt auch vor, dass erkranke Patienten (die einen Virus haben) operiert werden und diese OP-Räume werden nach solchen Operationen als Schlussdesinfektion gereinigt. Dabei ist es dann sehr wichtig, dass wir uns einen Mundschutz aufsetzen und einen Stoffkittel anziehen, damit keine Keime oder Bakterien an die Kleidung kommen. Unsere Arbeitskleidung wird nach Beendigung der Reinigung fachgerecht im Sondermüll entsorgt, sodass der nächste Patient oder das Personal sich nicht ansteckt.
Was viele aus Filmen kennen, dass da Blut überall ist, ist in Wirklichkeit nicht so. Ich habe in meinen fast 2,5 Jahren noch nie sowas gesehen oder gereinigt. Ganz selten sind mal wenige Bluttropfen zu sehen, meistens handelt es sich bei den sichtbaren Verunreinigungen im OP aber um das Desinfektionsmittel, das die Ärzte verwenden.

 



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